Eine Peron mit blauen Haaren macht ein Selfie, während sie selbstbewusst in die Kamera lächelt.

Virtuelles Angebot für LSBT*-Jugendliche

Jugendzentrum anyway berät und unterstützt auch während der Corona-Krise

Viele schwule, lesbische, bisexuelle und trans* Jugendliche fühlen sich durch die Corona-Krise und die soziale Distanz stark belastet. Das hat eine Online-Umfrage des Kölner Jugendzentrums anyway, Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW, ergeben. Besonders betroffen sind Jugendliche, die zuhause ungeoutet sind oder deren Familien homo-, bi- oder trans*phob sind. Weiterhin wirken sich die Schließung der LGBT*-Jugendangebote, der Wegfall realer Kontakte im Freundeskreis, die Kontaktsperre zu Partner*innen sowie die Ungewissheit über die gesundheitliche Versorgung während der Transition negativ auf die psychische Situation der Befragten aus.

Virtuelles Angebot ausgebaut

„LGBT*-Jugendliche stehen insgesamt unter hoher psychischer Belastung in unserer Gesellschaft. In Krisensituationen tritt dies besonders hervor und der Druck auf sie steigt, weil reale Frei- und Schutzräume wegfallen, in denen sie sie selbst sein können, wo sie auf Gleichgesinnte treffen oder in die sie auch für wenige Stunden flüchten können, um sich eine Auszeit vom Alltag zu nehmen", sagt Jürgen Piger, Gesamtleitung des Jugendzentrums anyway. Das anyway reagiert mit einem ausgedehnten virtuellen Angebot auf die Situation und baut zudem sein Beratungs- und Unterstützungsangebot aus.

Einzelgespräche, Gruppenchats und Live-Streams

So gibt es an drei Tagen pro Woche die Möglichkeit, Einzelgespräche mit qualifizierten Berater*innen zu führen. Neben der Einzelberatung bietet das anyway auch einen geschlechtsspezifischen Videochat an und will so den Peer-to-Peer-Charakter aufrechterhalten, von denen Jugendliche in Orten wie dem anyway profitieren. Darüber hinaus gibt es montags bis freitags täglich Live-Streams auf Instagram und YouTube, zum Beispiel ein interaktives Insta-Café oder die Quarantäne-WG der Webserie Kuntergrau.

Unterstützung für Eltern

Auch für Eltern, die Hilfestellungen im Umgang mit ihren LGBT*-Kindern und damit verbundenen kleineren und größeren familiären Krisen brauchen, gibt es ein Angebot. Sie können zweimal wöchentlich eine telefonische Eltern- und Familienberatung wahrnehmen.


Das aktuelle Programm mit allen Angeboten finden Interessierte auf der Internetseite des anyway.

 

Bild: ©beavera/Adobe Stock