Ein Kleinkind, das von seinen Eltern an der Hand gehalten wird. Das Kind schaut nach oben in die Kamera und lacht.

Seht mich

Kampagne macht auf Beratungs- und Hilfsangebote für Trennungsfamilien aufmerksam

Die Trennung der Eltern ist für Kinder ein einschneidendes Erlebnis. Sie sind mit der Situation überfordert, traurig, ängstlich und wütend. Noch schwieriger ist es für die Kinder, wenn der Kontakt der Eltern von gegenseitigen Vorwürfen dominiert oder eine gemeinsame Zeit mit dem getrenntlebenden Elternteil sogar verweigert wird. Für getrenntlebende Eltern gibt es ein breites Angebot, das ihnen hilft, mit der Situation besser umzugehen und die Bedürfnisse der Kinder in den Vordergrund zu stellen. Darauf macht der Deutsche Kinderschutzbund Düsseldorf, Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW, nun mit der Kampagne „Seht mich“ aufmerksam.

Plakate und Postkarte informieren über Angebote

Viele Eltern wissen gar nicht, dass es viele Angebote gibt, die die Situation von Familien in Trennung erleichtern können. In Düsseldorf informiert der Kinderschutzbund nun mit Plakaten und Postkarten über diese Angebote. Sie liegen in Arztpraxen, Büchereien, Bildungseinrichtungen und Cafés aus.

Umfangreiche Hilfen für Erwachsene und Kinder

Zu den Angeboten zählen zum Beispiel verschiedene Kurse für getrenntlebende Eltern, unter anderem ein spezielles Angebot für Väter. In diesem werden sie gestärkt und ermutigt, die neue Situation anzunehmen und Zuversicht zu entwickeln, die kommenden Aufgaben zu bewältigen. Auch für die Kinder gibt es eine spezielle Gruppe, genannt TuSCH („Trennung und Scheidung“). Sie richtet sich an Kinder im Alter zwischen sieben und zehn Jahren und gibt ihnen die Möglichkeit über ihre Sorgen, Ängste und Fragen zu sprechen. Viele Kinder geben sich zum Beispiel selbst die Schuld an der Trennung oder sie benötigen eine Bestätigung, dass sie weiterhin beide Elternteile liebhaben dürfen. Häufig geht es auch darum, dass Kinder nicht in die Konflikte ihrer Eltern hineingezogen werden wollen. Auch Scham spiel eine Rolle. Deshalb ist neben den Gesprächen mit der Gruppenleitung auch der Austausch mit den anderen Kindern wichtig. In der Gruppe erleben die Kinder, dass sie mit der Situation nicht alleine sind und dass andere Kinder ähnlich empfinden. Der Kinderschutzbund Düsseldorf kommt auch ins Spiel, wenn ein Kind einen Elternteil nur im Rahmen des begleiteten Umgangs sehen darf. Hierfür gibt es auch ein spezielles „Baby-Konzept“, das einen Umgang ab der Geburt ermöglicht.


Bild: davidpereiras / photocase.de